Bildlizenz: APS e.V./M.Schulz

Preisverleihung 1. Preis für Patientensicherheit des Aktionsbündnis Patientsicherheit (APS)

Von links nach rechts:

Laudatorin Xenia Freifrau von Maltzan, Preisträger:innen Ina Richling (pharmD), Dr. von Ameln-Mayerhofer, Larissa Albus, Jana Rudolph, Ann-Kristin Gerke, Katrin Bayerlein

 

Apotheke Rudolf Virchow Klinikum Glauchau

Das Projekt „Renal Pharmacist“ ist am 01.02.2020 am Rudolf Virchow Klinikum Glauchau gestartet. Es erfolgt eine tägliche Abfrage der Nierenparameter von Patienten der Bereiche Geriatrie, Psychiatrie und Chirurgie (Orthopädie, Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie) mithilfe des Labortools im „LabCentre“ durch die Apothekerinnen Frau Jana Rudolph und Sarah Leuschner. Dabei werden die Patienten mit einer Glomerulären Filtrationsrate (GFR) < 60 ml/min/1,73 m2 (nach CKD-EPI) gefiltert und ihre Medikationskurven auf den Stationen gesichtet. Die verordneten Medikamente werden unter Bezugnahme der aktuellen Laborparameter und individuellen Faktoren wie u.a. Alter, Körpergewicht und Körpergröße auf renale sowie andere arzneimittelbezogene Probleme überprüft.

Es wurden 894 Medikationsanalysen durchgeführt, die zu 319 Interventionsvorschlägen über schriftliche pharmazeutische Konsile führten. Durch das Projekt konnte die Stationsarbeit im Klinikum weiter ausgebaut werden, was u.a. zu der regelmäßigen Teilnahme an den unfallchirurgischen/orthopädischen Oberarztvisiten führte.

Zentralapotheke KKiMK, Iserlohn

Seit Februar 2020 betreuen die Renal Pharmacists Ina Richling, Pharm. D. (UFl, USA) und Dr. Philipp Müller Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in den Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis. Montags, mittwochs und donnerstags finden interdisziplinäre Kurvenvisiten mit den Oberärzten der unfallchirurgischen und geriatrischen Stationen statt. Patienten mit einer eGFR < 50 ml/min/1,73 m2  (CKD-EPI) werden selektiert und auf renale arzneimittelbezogene Probleme überprüft. Die notwenigen Änderungen der Medikation werden direkt mit den Ärzten besprochen und zusätzlich in ORBIS als Konsile dokumentiert und in den Arztbrief übernommen. Zusätzlich findet auf Wunsch der Ärzte noch 1x wöchentlich für alle Patienten des Klinikums mit eGFR < 30 ml/min/1,73 m2 eine pharmazeutische Medikationsanalyse statt. Es erhielten 1231 Patienten die pharmazeutische Betreuung des Renal Pharmacist. Durch ein Interview in der Laienpresse mit der Apothekerin Ina Richling und dem leitenden Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie Boris Owandner  konnte das Projekt im Landkreis bekannt gemacht werden.

Zentralapotheke Klinikverbund Südwest
Sindelfingen

Das ‚Renal Pharmacist‘ Projekt ist am 01.06.2020 am Klinikum Sindelfingen gestartet. Das Apothekerteam um Herrn Dr. Andreas von Ameln-Mayerhofer, Frau Meike Sieg (bis 31.08.2021) und Frau Larissa Albus (seit 01.09.2021) führen auf zwei unfallchirurgischen Stationen Medikationsanalysen bei Patienten mit einer eGFR < 60 ml/min/1,73 m2 (CKD-EPI) durch. Die Nierenfunktion wird  händisch aus Laborprogramm gefiltert. Die Medikamente werden auf renale sowie andere arzneimittelbezogene Probleme überprüft. Die Interventionsvorschläge werden vorrangig persönlich mit den Ärzten besprochen, ansonsten werden schriftliche Konsile in den Patientenakten hinterlegt. Im Rahmen der Geriatrischen Komplexbehandlung begleiten die Apotheker die Ärzte 1x in der Woche auf Visite. Zusätzlich wird eine Beratung zur patientenindividuellen Dosierung angeboten, um insbesondere nierentoxische Effekte von Aminoglykosiden und Vancomycin zu vermeiden.

Apotheke Klinikum Starnberg

Die Renal Pharmacists Katrin Bayerlein und Ann-Kristin Gerke identifizieren am Klinikum Starnberg seit Januar 2020 abteilungsübergreifend zweimal wöchentlich arzneimittelbezogene Probleme (ABP) bei mittel bis hochgradig nierenkranken PatientInnen (CKD Stadium 3b und 4). Dabei bringen sie sich in  ein interdisziplinär nephrologisches Betreuungskonzept ein und erarbeiten aufgrund einer umfassenden Medikationsanalyse praxisrelevante Lösungsvorschläge zur Vermeidung der identifizierten ABP für die einzelnen PatientInnen.

Gemeinsam mit  dem leitenden Arzt der Nephrologie Prof. Dr. Hans-Paul Schobel  wurden 1435 Medikationsanalysen durchgeführt. Durch den interdisziplinären Austausch zwischen den behandlungsführenden Ärzten, der Nephrologie sowie der Apotheke soll die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) für niereninsuffiziente PatientInnen in der ganzen Klinik erhöht werden.

In einem Interview zum Welttag der Patientensicherheit 2021 wurde das Projekt auf lokaler Ebene einem breiteren Publikum kommuniziert.

Projektkoordination:

Dr. Sarah Seiberth, Marktredwitz