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Preise

Projektpreis Wahlpflichtfach Klinische Pharmazie der Stiftung Patient & Klinische Pharmazie

Für das Wahlpflichtfachpraktikum der Pharmaziestudierenden der LMU München bieten im Gebiet Klinische Pharmazie seit vielen Jahren PharmazeutInnen aus Krankenhaus-apotheken im Raum München Projekte an. In den Krankenhausapotheken werden praxisnahe und innovative Fragestellungen aus dem gesamten Spektrum der Klinischen Pharmazie bearbeitet, wobei ein Lernen-auf-Station integraler Bestandteil vieler Projekte ist. Alle Wahlpflichtprojekte eines Semesters werden von den Studierenden in einer Abschlussveranstaltung einem Fachpublikum präsentiert. Die Stiftung Patient & Klinische Pharmazie vergibt für das beste präsentierte Projekt einen Preis.

 

Der/die Gewinner:innen des Projektpreises Wahlpflichtfach Klinische Pharmazie der Stiftung Patient & Klinische Pharmazie werden im Rahmen der Abschlussveranstaltung von einer Jury aus erfahrenen Krankenhausapothekern nach vorgegebenen Bewertungskriterien ermittelt. Der Preis für das am besten bewertete Projekt wird zum Ende der Veranstaltung verliehen.

Je Semester wird ein Projektpreis vergeben, der mit je 150€ für die Studierenden und 300€ für die Betreuer:innen dotiert ist.

Die Entscheidung der Jury ist unanfechtbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Preisträgerinnen Sommersemester 2022

Alba Knauer, Pharmaziestudierende, LMU München

Margareta Laudenbacher, Pharmaziestudierende, LMU München
Dr. Aleksandra Dukic-Ott, Apotheke des LMU Klinikums München/Kompetenzzentrum Palliativpharmazie, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin LMU München

Stefanie Pügge, Kompetenzzentrum Palliativpharmazie, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin LMU München

Thema des Wahlpflichtprojekts:

Zusammenstellung von Überwachungsparametern bei der Anwendung palliativmedizinisch relevanter Arzneistoffe im Off-Label-Use

 

In der Palliativmedizin werden zur Symptomkontrolle oft Arzneimittel außerhalb ihrer Zulassung (Off-Label-Use) eingesetzt. Dies kann Abweichungen vom Zulassungsstatus bei der Indikation, der Dosierung, der Patientengruppe und/oder Applikationsart oder –dauer betreffen. Die Überwachung einer zulassungsüberschreitenden Behandlung ist sowohl für die Wirksamkeit, als auch für die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) von besonderer Bedeutung. Im Rahmen des Projektes wurden Überwachungsparameter für 30 palliativmedizinisch relevante Arzneimittel und ausgewählte Off-Label Anwendungen in einer Tabelle zusammengestellt. Zugrunde gelegt wurden die Fachinformationen und Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und pharmakokinetischen Eigenschaften der jeweiligen Arzneimittel und deren Darreichungsformen sowie AWMF-Leitlinien. Entscheidend waren dabei die einfache Durchführbarkeit und geringe Patientenbelastung, insbesondere im palliativen Kontext. Die zusammengestellten Überwachungsparameter für Palliativpatient:innen werden als Teil einer Datenbank kostenlos zur Verfügung gestellt werden, um Fachkreise bei der Off-Label-Anwendung bzgl. Fragen zur AMTS zu unterstützen.

Warum ist dieses Projekt für eine sichere Arzneimitteltherapie für die Patient:innen von Bedeutung?

Da in der Palliativmedizin Arzneimittel häufig außerhalb ihrer Zulassung eingesetzt werden, spielt die Therapieüberwachung, sowohl im Sinne der Wirksamkeit, als auch der Arzneimitteltherapiesicherheit, eine besondere Rolle.

Preisträger:innen Wintersemester 2021/2022

Cam Van Vu, Pharmaziestudierende, LMU München

Julia Krönauer, Pharmaziestudierende, LMU München
Kathrin Golla, Apothekerin in der Krankenhausapotheke des LMU Klinikums München

Thema des Wahlpflichtprojekts:

Dosierung von Arzneimitteln bei Leberinsuffizienz – Vergleich der Empfehlungen der elektronischen Patientenakte Meona® mit der Fachinformation und der niederländischen Datenbank geneesmiddelen bijlevercirrose

 

Eine eingeschränkte Leberfunktion kann die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Arzneimitteln (AM) verändern und stellt somit einen Risikofaktor für die Arzneimitteltherapiesicherheit dar.

Ziel dieses Projekts war es, die von der elektronischen Patientenakte Meona® generierten Warnhinweise (WH) zu AM mit den Angaben der deutschen Fachinformation (FI) und einer niederländischen Datenbank (ND) zur Arzneimitteltherapie bei Leberzirrhose bei stationär aufgenommenen hepatischen Risikopatienten zu vergleichen.

Zur Einschätzung der Leberfunktion wurden die Patienten mithilfe des MELD-Scores, welcher sich zum Child-Pugh-Score korrelieren lässt, unterschiedlichen Schweregraden zugeordnet. Die WH wurden in sechs Kategorien unterteilt. Für Patienten mit einem MELD > 6,4 wurden die WH von Meona®, FI und ND erhoben und numerisch ausgewertet. Zudem wurden die WH zu den 10 am häufigsten verordneten AM gegenübergestellt.

Die von Meona® generierten WH zeigen eine starke Ähnlichkeit zu den Empfehlungen der FI, wohingegen die WH der ND Unterschiede zu Meona® aufweisen. Ein Abgleich der Empfehlungen für AM bei hepatischen Risikopatienten zur optimalen Therapieanpassung ist daher sinnvoll.

Warum ist dieses Projekt für eine sichere Arzneimitteltherapie für die Patient:innen von Bedeutung?

Ein Abgleich verschiedener Datenbanken zur Anwendung von Arzneimitteln bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann maßgeblich dabei helfen die Arzneimitteltherapie zu optimieren und somit die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen.

Preisträger:innen Sommersemester 2021

 

Kilian Stuhler, Pharmaziestudierender, LMU München

Anna Fischer, Pharmaziestudierende, LMU München

Anita Kellermann & Esther Kiesel, pharmazeutische Betreuerinnen

Krankenhausapotheke des Klinikums rechts der Isar, TU München

Thema des Wahlpflichtprojekts:

Sondengabe von Arzneimitteln

 

Patienten mit Schluckbeschwerden oder Bewusstseinsstörungen erhalten häufig Arzneimittel (AM) über Ernährungssonden. Hierfür müssen die AM in gelöster oder suspendierter Form vorliegen um das Risiko von Medikationsfehlern, Sondenverstopfung, verringerter Wirksamkeit oder erhöhter Toxizität zu reduzieren. Die Literaturangaben zur Suspendierbarkeit und Sondengängigkeit (SuS) von festen oralen Arzneiformen sind oft unzureichend. Mit diesem Projekt wurde deshalb die SuS von AM praktisch untersucht. Hierfür wurden für 44 AM Literaturangaben zur SuS recherchiert und diese anschließend im Praxisversuch mit zwei verschieden großen Ernährungssonden getestet. 34 der AM waren (Film-)Tabletten, die suspendiert und über beide Sonden appliziert werden konnten. Für 5 AM konnten die Literaturangaben nicht bestätigt werden, da z.B. Sonden entgegen anderslautender Literaturempfehlungen verstopften. Bei 2 AM ohne Literaturangaben zur SuS wurde eine Möglichkeit zur SuS durch Verwendung basischer bzw. erwärmter Lösungsmittel gefunden. Die restlichen AM ließen sich nicht suspendieren und über Sonde applizieren. Hierzu gehörten Retard- und Lutschtabletten sowie magensaftresistente Tabletten. Die Ergebnisse werden in die Empfehlungen der Apotheke zur SuS von AM integriert.

Warum ist dieses Projekt für eine sichere Arzneimitteltherapie für die Patient:innen von Bedeutung?

Daten zur Suspendierbarkeit und Sondengängigkeit von Arzneimitteln verbessern die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimittelgaben über Ernährungssonden bei Patienten mit Schluckbeschwerden oder Bewusstseinsstörungen.

Preisträgerinnen Wintersemester 2020/2021

 

Rabia Korkmaz, Pharmaziestudierende, LMU München

Anna Waizenegger, Pharmaziestudierende, LMU München

Ann-Kristin Gerke und Katrin Bayerlein, pharmazeutische Betreuerinnen Krankenhausapotheke des Klinikums Starnberg, Starnberg

​Thema des Wahlpflichtprojekts:

Arzneimittelbezogene Probleme bei niereninsuffizienten PatientInnen

 

Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann die Wirksamkeit und Toxizität von Arzneistoffen maßgeblich beeinflussen. Oftmals werden Dosisanpassungen oder Änderungen der Medikation notwendig. Renal Pharmacists identifizieren am Klinikum Starnberg seit Januar 2020 zweimal wöchentlich arzneimittelbezogene Probleme (ABP) mittel bis hochgradig nierenkranker PatientInnen und bringen sich mit Lösungsvorschlägen in ein interdisziplinär nephrologisches Betreuungskonzept ein. Das Projekt wertete die patientenindividuelle Dokumentation bis einschließlich September 2020 aus. 520 umfassende Medikationsanalysen detektierten mindestens ein ABP in 52% der Fälle. Die PatientInnen waren im Schnitt 83 Jahre alt und nahmen 10,3 Medikamente ein. Am häufigsten traten ABP in der Kategorie Interaktion (43 %), gefolgt von Dosierung (28 %), Indikation (8 %) und Kontraindikation (6 %) auf. Für Antibiotika und Psychopharmaka erarbeiteten die Renal Pharmacists am häufigsten pharmazeutische Interventionsvorschläge. Apixaban und Sitagliptin wurden am häufigsten in ungeeigneter Dosierung eingesetzt. Ein Merkblatt für die TOP 10 Arzneistoffe mit Dosierungsproblemen dient zukünftigen AMTS-Personalschulungen.

Warum ist dieses Projekt für eine sichere Arzneimitteltherapie für die Patient:innen von Bedeutung?

Proaktive pharmazeutische Serviceleistungen können arzneimittelbezogenen Beratungsbedarf niereninsuffizienter PatientInnen identifizieren, um die AMTS in einem interdisziplinär nephrologischen Betreuungsansatz positiv zu beeinflussen.

Preisträgerinnen Sommersemester 2020

 

Kristina Karg, Pharmaziestudierende, LMU München

Janina Mudersbach, Pharmaziestudierende, LMU München

Dr. Dorothea Strobach, pharmazeutische Betreuerin

Krankenhausapotheke des LMU Klinikums, München

Thema des Wahlpflichtprojekts:

Medikation und Dosisanpassung bei eingeschränkter Leberfunktion​

 

Eine eingeschränkte Leberfunktion hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik und damit auch auf die Wirksamkeit und die Toxizität vieler Arzneistoffe. Oftmals sind deswegen bei PatientInnen mit eingeschränkter Leberfunktion Dosisanpassungen notwendig. In der Studie wurde im Rahmen zweier Stichtagserfassungen die korrekte Dosierung und Arzneistoffauswahl auf zwei Stationen überprüft.

Für 22 PatientInnen mit durchschnittlich 11 Arzneimitteln wurden verschiedene Leberfunktions-Scores (Child Pugh Score, MELD, MELD-Na) berechnet. Für Empfehlungen zur Dosierung und zur Auswahl der 89 verschiedenen Arzneistoffe wurden Daten aus den aktuellen Fachinformationen und einer niederländischen Datenbank erfasst.

Von 236 applizierten Arzneimitteln waren 66% korrekt dosiert, 8% nicht in der Dosis angepasst, 5% kontraindiziert und 21% nicht beurteilbar. Im Ergebnis ist eine pharmazeutische Beratung für die stationäre Verordnung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sinnvoll.

Warum ist dieses Projekt für eine sichere Arzneimitteltherapie für die Patient:innen von Bedeutung?

Durch eine personalisierte pharmazeutische Betreuung können die verfügbaren Informationen zur Arzneimitteltherapie für PatientInnen mit eingeschränkter Leberfunktion in die stationäre Versorgungspraxis integriert werden.

Preisträgerinnen Wintersemester 2019/20

 

Halime Sahin, Pharmaziestudierende, LMU München

Sevcan Yilmaz, Pharmaziestudierende, LMU München

Dr. Myga Brakebusch, pharmazeutische Betreuerin

Krankenhausapotheke der München Klinik, München

Thema des Wahlpflichtprojekts:

Punktprävalenzanalyse zur antiinfektiven Therapie respiratorischer Infektionen

Zu den Strategien der S3-Leitlinie zur Sicherung rationaler Antibiotika-Anwendung im Krankenhaus gehört die Entwicklung hauseigener Leitlinien für die antiinfektive Therapie. In diesen können die nationalen Leitlinien unter Berücksichtigung lokaler Resistenzdaten auf eine Empfehlung weniger Substanzen mit definierter Therapiedauer übersetzt werden. Durch die Auswahl der empfohlenen Antiinfektiva können Ziele wie z.B. die Vermeidung von Resistenzbildung durch restriktiven Einsatz von Carbapenemen oder Vermeidung von C. difficile-assoziierten Diarrhöen durch restriktiven Einsatz von Cephalosporinen III. Generation erreicht werden. Die Punktprävalenzanalyse (PPA) ist eine Möglichkeit, die Adhärenz an die gültigen Leitlinien zu überprüfen. Im beschriebenen Projekt lagen keine aktuellen hauseigenen Therapieleitlinien vor. Es wurde daher geprüft, inwieweit, die aktuelle antiinfektive Therapie respiratorischer Infektionen den gültigen nationalen Leitlinien entspricht. Das Ergebnis der PPA soll außerdem als Vergleichswert zu einer zweiten PPA in 6 Monaten dienen, die den Durchdringungsgrad der neu entwickelten hauseigenen Therapieleitlinie nach Veröffentlichung und die Effektivität von Schulungen zeigen soll.

Warum ist dieses Projekt für eine sichere Arzneimitteltherapie für die Patient:innen von Bedeutung?

Um die Wirksamkeit lebenswichtiger Antibiotika für schwerkranke Patienten im Krankenhaus langfristig zu sichern, sind die Dauer der Antibiotikatherapie und die Entwicklung und Implementierung lokaler Leitlinien von großer Bedeutung.